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Christoph J. Keller Sonnengesang Das Trio Contraste spielt Werke von Christoph J. Keller gutingi CD | Gesamtspielzeit 47:17 | EUR 16,90 |
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Ausführende
Ion Bogdan Stefanescu (Flöte)
Doru Roman (Schlagzeug)
Sorin Petrescu (Klavier)
Aus dem Booklet
Als Pianist gab Christoph J. Keller zahlreiche Konzerte in Deutschland, Frankreich, Holland und Italien. Die Uraufführung seiner Kompositionen fanden sowohl in Deutschland als auch in Rumänien und Japan statt. Seine Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet: 1981 mit dem 1. Preis beim Internationalen Klavierwettbewerb Madeleine des Valmalète, 2001 und 2002 mit dem Kompositionspreis der Stadt Siegburg. Zudem wirkt er als Juror bei verschiedenen Kompositions- und Interpretationswettbewerben mit. Er ist Mitglied im DTKV (Deutscher Tonkünstlerverband), wo er von 1998 bis 2003 den 1. Vorsitz der Bezirksgruppe Nds. Nordwest innehatte, in der EPTA (European Piano Teachers Association) und im DKV (Deutscher Komponistenverband).
Das Trio Contraste wurde 1986 gegründet. Das Kammerorchester (Ion Bogdan Stefanescu, Flöte, Doru Roman, Schlagzeug und Sorin Petrescu, Klavier) fördert verschiedene Tendenzen und Orientierungen der zeitgenössischen Musik. Hierzu richten die drei Musiker Kompositionen eigens für ihre Besetzung ein. Da alle Musiker mehrere Instrumente spielen, entstehen faszinierende kammermusikalische und orchestrale Klangbilder.
Inhalt
Nacht
Sturm
Sonnengesang
Rhythmusspiel I
Fast ein Blues
Rêverie
Rhythmusspiel II
Choral
Wolkenspiel
Glocken
Hymnus
Perpetuo Blusiano
Gebet
Rhythmusspiel III
Mittagssonne
Metamorphosen: Klang
Metamorphosen: Gesang
Metamorphosen: Verzerrung
Metamorphosen: Rückgesang
Metamorphosen: Andacht
Metamorphosen: Tanzillusion
Metamorphosen: Burleske
Metamorphosen: Choral
Melancholie
Rezensionen
Die Musik von Christoph J. Keller (Jg. 1959) hat auf originelle Weise den Kanon avantgardistischer Normen verlassen, und es ist stes ein positiver Aspekt, wenn man für ein in seiner Art noch unverbrauchtes stilistisches Konzept nicht gleich in die verbale Zaubertüte bekannter Stil-Klischees greifen kann. Natürlich gibt es Vorbilder, etwa Mauricio Kagel, in seiner glegentlich provokant pointierten Art, neoklassizistische Floskeln witzig zuzubereiten. Aber dies ist doch nur ein Nebenaspekt, und der musikalische Reichtum dieser 24 knappen Ensemble-Sätze ist eben nicht auf einen Nenner zu bringen: elegische Lyrik, rituell zurückgenommene Zeichenhaftigkeit, lockere und gelegentlich freche Polyrhythmik, sanft versponnener Klangzauber, atmosphärische Tonmalerei und anspielungsreiche Metamorphosen musikalischer Modelle ("Fast ein Blues") geben sich locker und quasi ohne ideologische Entschuldigung die Hand. Dazu kommt eine empfindlich ausgehörte Dramaturgie dieser kurzweiligen Musik-Blitze zwischen 40 Sekunden und drei Minuten - was nicht bedeutet, dass diese CD hier nur für ungeduldige Hörer gedacht ist. Dass zeitgenössische Musik so unverkrampft, ernsthaft und witzig, leichthin und doch gekonnt daherkommt, ist gewiss auch ein Verdienst des Trio Contraste. Ion Bogdan Stefanescu (Blasinstrumente), Sorin Petrescu (Tasteninstrumente u.a.) und Doru Roman (Akkordeon und Perkussion) zaubern auf einem ganzen Kosmos von Instrumenten eine diffizile, immer wieder unberechenbare eigene Welt.
(Hans Christian v. Dadelsen auf www.klassik-heute.de | 14.01.2005)
Perkussionisten werden große Ohren bekommen. Da wechselt der Schlagwerker kreuz und quer durch die Achteltakte. Und auch sonst offenbart sich selten Gehörtes. Wer zum Beispiel kennt ein Instrument namens Soma? Und der Flügel ist so präpariert, dass er als solcher nicht erkannt wird - zumindest nicht beim ersten Hinhören. Doch mit oberflächlichem Lauschen ist es bei dieser Musik eh nicht getan. Die genannten Raritäten drängeln sich im "Rhythmusspiel II", einem eine Minute und 18 Sekunden kurzen Stück auf der CD "Sonnengesang". Darauf spielt das "Trio Contraste" Kompositionen des gebürtigen Geldeners Christoph J. Keller. Entstanden sind die Werke zwischen 1992 und 2002. Ursprünglich für Klavier (und in einem Fall für Akkordeon) geschrieben, hat das rumänische Ensemble die 24 Stücke für seine Besetzung arrangiert. Da paart sich mitunter die Außergewöhnlichkeit der Kompositionen mit der Extravaganz der Instrumente, wenn beispielsweise unterschiedlich gefüllte und in Schwingung versetzte Wassergläser und Glasflaschen zum Einsatz kommen ("Klang"). Der Hörer darf sich einlassen auf eine Dreiviertelstunde Neuer Musik mit Miniaturen zwischen wilder Bewegtheit ("Sturm") und meditativer Ruhe ("Gebet").
(Michael Klatt in Rheinische Post | 14.01.2005)
Liest man die Beschreibung der 24 Miniaturen von Christoph J. Keller im Booklet, stößt man auf eine verblüffende Zahl von Instruemnten - vom präparierten Flügel bis zu in Schwingungen versetzten Wassergläsern. "Normale" Instrumente wie Flöten, Orgel und Schlagzeug finden sich natürlich auch. Will man die kleinen Stücke, die jetzt als "Sonnengesang" auf CD erschienen sind und allesamt einen Namen tragen, vollends genießen, sollte man das bei geschlossenen Augen tun. Denn Keller, der Komponist und Pianist, ist ein Experimentator, der den Eindruck erweckt, als belausche er selber die Wirkung jeder einzelnen Miniatur. Aber er ist auch ein kunstvoller Fabulierer, der Tonbewegung und Rhythmen in Charaktere und Bilder verwandelt, der an die Atmosphäre bildende Kraft der Musik glaubt und diesen Glauben auch artistisch einlöst. Da wechselt Meditatives und Kontemplatives, dem man andächtig "nachhört", mit Lakonisch-Pfiffigem, wechseln rhythmisch-motorische, oft exotisch getönte Arrangements mit Studien ruhevoller Melodik. Teils treten die Instrumente zu wunderschönen Kombinationen zusammen, dann wieder, klanglich extrem auseinander driftend, zu bizarren Effekten - Passagen, in denen sich Musik und Geräusch manchmal unverhofft mischen. Keller gibt sich versiert in der Kunst virtuoser Tonspielereien und der Verfremdung, aber auch als solider Meister des Kontrapunkts, der Stimmen kantabel gegeneinander zu führen versteht. Dass es bei ihm Anleihen gibt, sei vermerkt: im ersten Fall bei der Blues-Sphäre, im zweiten bei Debussy und seinen impressionistischen "Funden" sowie bei Bartók. Das fabelhafte rumänische Trio Contraste "bedient" und beherrscht suverän die Vielzahl der Instrumente. Die drei geben den Stücken und ihrem oft improvisatorischen Einschlag eine Plastizität, so als wirke jeder Spieler zugleich als Klangregisseur.
(Werner Matthes in Nordwest-Zeitung | 30.12.2004)










