Tonnie de Graaf

Sonate No. 4

für Klavier

ISMN M-50156-024-0 | 20 Seiten | EUR 11,80
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Aus dem Vorwort

In Tonnie de Graafs Klaviersonaten wird der Rahmen der klassischen Sonate formal aufgegriffen und frei transformiert. Dabei bedient sich der Komponist einer konsequent modernen und homogenen Tonsprache, in der starke bis extreme Kontrastierungen musikalischen Materials spannungsreiche Klangräume erzeugen.

Tonnie de Graaf komponierte die drei Sätze der Sonate No. 4 im April und Mai 1955. Die Uraufführung spielte Rebecca Bastemeyer am 16. März 2007 im Freien Therapeutikum in Oldenburg. Ihr gilt besonderer Dank für ihre große Unterstützung bei der Vorbereitung der vorliegenden Ausgabe.



Rezensionen

Uta Protzmann: Ufer, Rügen, 2005
Diese Sonate ist zwar traditionell dreisätzig angelegt, besonders jedoch die langsamen Ecksätze sind formal frei und fern von Sonatensatz-Konventionen gestaltet. Den Charakter des einleitenden Largo bestimmt ein sprunghaft aus dunkler Tiefe aufsteigender Hauptgedanke, dessen Verwandlungen eine ernste und spannungsvolle Atmosphäre erzeugen. Im raschen Mittelsatz lässt ein motorisch treibendes Thema den Hörer kaum ruhig auf seinem Platz, wird jedoch unterbrochen von einem zweifelnden Auftaktmotiv als trügerischen Ruhepunkt. Einen Ausweg aus diesem Dualismus findet auch die Durchführung nicht und flüchtet sich schließlich in einen ironisch wirkenden Tanz. Das variationsartige Schluss-Adagio zeigt dann noch einmal de Graafs Sinn für pianistische Ausdruckseffekte und behält die bei allen großen Gesten eher innerlich wirkende Spannung bis zum Verklingen im Pianissimo bei. Trotz der dichten und ernsten Textur: Diese Musik (...) bleibt in jedem Moment zugänglich. Die hohe Qualität könnte dem Werk durchaus einen Repertoireplatz sichern, zumal es durch eine in diesem Jahr beginnende Gesamtausgabe der zwölf de Graaf-Sonaten (Inventio Verlag) schon bald verfügbar sein wird.
(Volker Timmermann in neue musikzeitung | Mai 2007)


(Die Sonate No. 4) kann als Entdeckung betrachtet werden: In großen, oft plakativen Gesten zeichnete de Graaf seine prägnanten motivischen Gestalten, sorgte für immense Kontraste und durchbrach die dunkel getönte Atmosphäre durch lichte Aufschwünge. Trotz der spannungsvollen grüblerischen Stimmung weiß die unkonventionell und durch langsame Ecksätze gerahmte dreisätzige Sonate vom ersten Takt an emotional gefangen zu nehmen.
(Volker Timmermann in Nordwest Zeitung | 20.03.2007)